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In diesem Jahr beschäftigt sich der Europäische Tag der Logopädie mit dem Thema KI. Es geht um den Einsatz von KI in der täglichen Logopädie-Arbeit.
Wir möchten das diesjährige Thema dazu nutzen, um Logopädinnen und Logopäden (m/w/d) an das Thema Künstliche Intelligenz heranzuführen und eventuell vorhandene Berührungsängste abzubauen, und geben praxisnahe Informationen und Anregungen für sinnvolle und bereits erprobte Anwendungen an die Hand“, so der deutsche Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl) zum Thementag. Am 6. März erwartet Nutzer:innen viele weitere Informationen zum Thema, zum Beispiel rechtliche Fragestellungen, eine Aufstellung von Bildungsangeboten oder KI-Tools.

Torben Kühl ist Logopäde (M.A.) und Schulleiter an der Berufsfachschule für Logopädie in Friedrichshafen. Er hat sich Gedanken zum Thema KI in der Therapie gemacht:

"KI in der Logopädie"
Künstliche Intelligenz birgt wie jede neue Errungenschaft der Technik Gefahren und Potential - auch in der Logopädie.

Eine große Unterstützung leistet hier die Bildgenerierung wie sie z.B. über Chat GPT erfolgen kann. Wenn mit einem Kind zum Beispiel an der Unterscheidung der Laute "Sch" und "S" gearbeitet werden soll, könnten Bildkarten für die Begriffe "Tasse" und "Tasche" benötigt werden. Zur Zeit meiner Ausbildung mussten wir solche Bilder damals dann selbst für die Therapiestunden zeichnen. Heute gibt es die Möglichkeit, über die KI Bilder zu erstellen, die ganz speziell die Anforderungen erfüllen, die wir in der Behandlung benötigen. 

Auch beim Erstellen von Übungsmaterial leistet die KI eine große Hilfe. In der Therapie mit Kindern benötigen Logopäden zum Beispiel sogenannte Inputspezifizierungen. Das können kleine Geschichten sein, in denen Kinder beim Vorlesen gezielt mit bestimmten sprachlichen Zielstrukturen konfrontiert werden - wie der Gegenüberstellung von Aussage- und Fragesätzen. Wenn man den richtigen Prompt eingibt - was mit etwas Übung sehr leicht möglich ist - kann das entsprechende Textmaterial von der KI sehr schnell generiert werden, was eine große Arbeitserleichterung im Alltag für uns darstellt.

Dennoch gibt es auch Gefahren im Einsatz der KI. Denn sie ersetzt nicht den wachen Geist der/des behandelnden Logopäden/Logopädin: Wenn man beispielsweise die KI eine Geschichte mit vielen R-Lauten zur Übung generieren lässt, könnte es durchaus sein, dass in dem Text vermehrt Wörter mit "R" am Wortende zu finden sind wie "Häuser" oder "Bäcker". Am Wortende schreibt man das "R" jedoch nur - man spricht es nicht aus, sondern artikuliert dort den sogenannten Redukationsvokal, der so ähnlich klingt wie ein "A". Solche Fehler müssen beim Einsatz  erkannt und korrigiert werden. 

Fazit

Die KI bietet uns somit eine große Unterstützung, die immer mehr genutzt wird - birgt aber auch die Gefahr, dass man sich zu sehr auf sie verlässt. Das eigene Denken kann sie ebenso wenig ersetzen, wie die den menschlichen Kontakt zum Patienten und das intuitive Gespür, auf welche Weise man dem Patienten am besten Unterstützung geben kann.

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