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Bernd
Blindow
Schulen
Baden-Baden

Armut bedroht jeden! Dies war das Motto der Initiative der Liga der freien Wohlfahrtsverbände für die alljährlich stattfindende Woche der Armut im Oktober 2018. Mittlerweile beteiligen sich zahlreiche Wohlfahrtsverbände an der Initiative, die ursprünglich von der Wohnungslosenhilfe der Caritas Baden-Württemberg ins Leben gerufen wurde. Ein Projekt, das aus Anlass der Aktionstage in Baden-Baden konzipiert wurde, war das Schulprojekt der Sozialberatungen von Caritas und Diakonie zur Lebenswirklichkeit der von Armut betroffenen Menschen, welches am 20.03.2019 im Berufskolleg für pharmazeutisch-technische Assistentinn/en der Bernd Blindow Schulen stattfand.

Sensibel mit dem Thema Armut umzugehen, ist gerade für angehende PTAs wichtig, weil sie in ihrem Apothekenalltag regelmäßig damit konfrontiert werden. Gerade in der Beratung werden sie immer wieder auch auf Menschen treffen, die sich die Kosten für frei verkäufliche Medikamente wie auch die Rezeptzuzahlungen nicht leisten können. Oft schämen sich diese Menschen oder es fehlt ihnen das Wissen, wie sie sich z.B. von Zuzahlungen befreien können. Gerade diese Kunden können im Umgang schwierig erscheinen. Eine empathische und sensible Herangehensweise verbunden mit dem nötigen Fachwissen kann hier Wunder wirken.

In Form eines Workshops nehmen die Sozialpädagoginnen Bettina Weiß (Caritas) und Adelheid Blaich (Diakonie) die Schüler mit in die gefühlte Realität von Menschen, für die die Sozialberatung oft die letzte Hoffnung darstellt. Die Probleme, mit denen die Sozialarbeiterinnen täglich konfrontiert werden, sind vielschichtig. Sie reichen von der Rentnerin, die sich eine dringend benötigte Brille nicht leisten kann, über Menschen, die nicht zu einer zeitnah notwendigen Untersuchung ins Krankenhaus können, weil sie sich nicht einmal den Mindestzuzahlungssatz für chronisch Kranke von etwa 50 Euro leisten können bis zur alleinerziehenden Mutter, die vielfältige finanzielle Sorgen hat.  Die Schüler werden aber nicht nur mit den Lebenssituationen dieser Menschen konfrontiert, sie sollen auch ein Gefühl dafür entwickeln, was es eigentlich bedeutet einen Harz IV Antrag ausfüllen zu müssen.

Dabei wird durchaus ein differenzierter Blick auf die Armutsproblematik gegeben. Auf eindrucksvolle Weise gelingt es den beiden Sozialpädagoginnen bei ihrem Workshop den Schülern einen Einblick in die Gefühlswelt der von Armut betroffenen Menschen zu geben und sie für die Problematik zu sensibilisieren.

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