Trubel wie im alten Leipzig Seit heute sind die Tore der 12. Historischen Ostermesse geöffnet. Mehr als 50 Stände und Buden im historischen Kolorit machen täglich ab 10:00 Uhr auf dem Markt erlebbar, wie die Stadt vor etwa 500 Jahren zu Wohlstand gelangte. Handwerk und Handel präsentieren sich. Auch das Korbflechten ist bei der Ostermesse vertreten. Der Stand von Antje Hövel wird seit Jahren gern besucht. Denn Erwachsene und Kinder können hier selbst Körbe flechten. "Besonders die Kinder machen gerne mit. Es ist ein Handwerk, was man schnell und unkompliziert erlernen kann", sagt Antje Hövel. "Und am Ende gehen alle mit etwas Eigenem nach Hause." Das können dann Körbe, Füllhörner, Lampenschirme, Brotkörbe oder Tabletts sein. Das Besondere: "Man sieht beim Flechten gleich den Erfolg der Bemühungen. Dies kann sehr erfüllend sein", weiß die 38-Jährige. Zeit ist mal kein Geld "Wichtig ist bloß, dass die Leute genügend Zeit mitbringen", sagt Hövel, die "ihr" Handwerk in Kursen an der Bernd-Blindow-Schule Leipzig vermittelt, aber eben auch auf Mittelaltermärkten zugange ist. Im ganzen Bundesgebiet und im Ausland. "Genügend Zeit zum Flechten bedeutet mindestens 45 Minuten. Erst ab dann lohnt es sich wirklich." Das Handwerk käme, so Hövel, schließlich aus einer Zeit, als selbige eben noch kein Geld bedeutete. Damit den Besuchern die ersten Schritte nicht ganz so schwer fallen, bekommen sie runde, ovale, ellipsenförmige oder rechteckige Holzplatten. Die Weidenstangen werden in die Löcher der Holzböden gesteckt. Außen herum werden die in Wasser geweichten Stangen geflochten. Antje Hövel idt Diplom-Sozialpädagogin, wollte aber eigentlich schon immer einen Beruf ausüben, bei dem sie etwas mit ihren Händen machen kann. "Holz ist mir ein zu hartes, Wolle ein zu weiches Material", sagt sie schmunzelnd. "Die Weide liegt genau in der Mitte." Erste Kurse gab sie 1997. "Mit der Weide zu flchten, hat mir ein erfahrener Flechtmeister beigebracht. Er hat mich auch auf die ersten Mittelaltermärkte mitgenommen." Vor Jahren war sie im Kulturpark Deutzen angestellt. Von der dortigen Weidenanlage bekommt sie heute noch ihre Materialien. Zum vom Veranstalter Heureka inszenierten Mittelalterfeeling auf dem Leipziger Marktplatz gehören nicht nur Handwerker wie Antje Hövel. Denn zusätzlich werden auf einer Holzbühne Spielleute und Schmierenkomödianten bis zum 09. April ihr Können zeigen. ACHTUNG: Karfreitag, den 06. April, ist jedoch Ruhetag! (Titel-Zeitungsartikel im Leipziger Wochenkurier am 04. April 2007 von David Quosdorf)

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