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Logopädinnen und Logopäden therapieren Menschen mit Sprech-, Sprach-, Stimm- und/oder Schluckbeschwerden. Kinder, die stottern oder lispeln, Erwachsene, die nach einem Schlaganfall das Sprechen neu erlernen müssen oder Senioren, die aufgrund einer Krankheit nicht mehr richtig schlucken können – die Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten ist lang. Was viele nicht wissen: Ein großer Teil der Patient/innen weist angeborene Erkrankungen, zum Beispiel das Down Syndrom, auf. Sie benötigen intensive Betreuung und Methoden bei der Sprachverbesserung.   

Anlässlich des europäischen Tages der Logopädie am 6. März haben wir uns mit der Behandlung von Menschen mit Down Syndrom  beschäftigt, eine Unterrichtsstunde besucht und ein Interview mit Denise Wessels, Lehrerin in der Logopädie, geführt. Denise Wessels über die Probleme und Behandlungsmethoden in der Logopädie.


Welche Probleme haben Menschen mit Down Syndrom mit ihrer Sprache bzw. Gestik und Mimik?

Leider kann man nicht vorhersagen, wie sich die Sprachentwicklung eines Kindes mit Trisomie 21 oder Down – Syndrom entwickelt. Einige Kinder gelangen leider nie zur verbalen Kommunikation, andere entwickeln sich wie Kinder ohne Down Syndrom. Die Spannbreite ist groß und es ist sehr wichtig, jedes Kind individuell zu betrachten und daraus die passende Therapie für genau dieses Kind zu erstellen.“
 

Welche Behandlungsansätze gibt es?

„Es gibt inzwischen sehr viele verschiedene Behandlungsansätze oder Therapieverfahren, welche für die Behandlung von Kindern mit Down Syndrom geeignet sind. Das bekannteste ist die Gebärdenunterstützte Kommunikation (GuK).

Mithilfe von GuK gelingt es den Therapeuten, in Kontakt mit den Patienten zu treten und den Wortschatz zu erweitern. Schon ab 8 Monaten reagieren gesunde Kinder auf Mimik und Gestik von Erwachsenen. Auch bei Kindern mit Einschränkungen ist es erwiesen, dass sie den Wortschatz schneller erweitern.

Die Gebärden, die bei der GuK zum Einsatz kommen, sind der Gebärdensprache, die beispielsweise taubstumme Personen anwenden, sehr ähnlich.  Es ist sinnvoll, einzelnen Familienmitgliedern eine Gebärde zuzuordnen, damit das Kind die Person zuordnen und einen Kontakt herstellen kann. Diese Gebärde sollte von allen einheitlich verwendet werden und. Daraus entwickeln sich nach und nach Rituale, die gerade Kindern gut tun.“


Kann jeder Logopäde diese Besonderheiten behandeln oder muss man dafür eine besondere Ausbildung haben?

„Man lernt in der Ausbildung viele Therapieverfahren, die für die Therapie mit Kindern mit Down – Syndrom geeignet sind. Es gibt kein „Muss“ für Qualifikationen. Es ist jedoch immer von Vorteil, noch zusätzliche Fortbildungen aufweisen zu können. Für GuK gibt es beispielsweise Möglichkeiten, seinen eigenen Wortschatz an Gebärden zu erweitern. Man hat als Therapeut/in auch die Möglichkeit, noch den „Fachtherapeuten unterstützte Kommunikation“ zu machen. Dies ist eine länger andauernde Fortbildung."

Vielen Dank für das Interview, Frau Wessels.


Die dreijährige Ausbildung zum/zur staatlich geprüfte/n Logopäde/in kann an zahlreichen Standorten der Blindow Gruppe aufgenommen werden. Voraussetzung ist mindestens der Realschulabschluss oder der Hauptschulabschluss inklusive einer abgeschlossenen Berufsausbildung (mind. 2 Jahre). Der nächste Ausbildungsbeginn ist im September 2019.

Interessent/innen können sich jeden Dienstag zwischen 15.00 und 18.00 Uhr  am Standort Bückeburg beraten lassen. Wir freuen uns auf den Besuch bei den Bernd-Blindow-Schulen in der Herminenstraße 17f.  

 

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